Klebestreifen

IMG_2233Auf meiner Fensterbank liegt eine Rolle Paketklebeband. Ich muss sie mir irgendwann gekauft haben, als ich dachte: Jetzt verschicke ich mal ein richtig ordentlich zugeklebtes Paket. Schon merkwürdig, dass man für ein Paket ein extra Klebeband braucht. Man könnte ja auch einfach normalen Tesafilm nehmen.
Klar, das Klebeband ist breiter und ist ein bisschen flexibler. Jetzt liegt es eben auf meiner Fensterbank. Ich verschicke pro Jahr vielleicht ein oder zwei Pakete. Da wäre ich auch mit Tesafilm zurechtgekommen. Und das ist ja nur ein kleiner Winkel des großen Kosmos der Klebebänder. Es gibt ja noch viel mehr. Man nehme nur mal das Heiligtum jeden Nerds: Das Gaffa-Tape. Das Gaffa-Tape ist sozusagen der Triumph des ausdifferenzierten Klebebanddesigns. Die Gewebestruktur ist natürlich großartig um Kabel festzukleben, Schuhe zu flicken oder sich einen Zensiert-Balken über die Augen zu legen. Das wäre mit Tesa-Film tatsächlich nicht gegangen. Da sieht man ja durch.
Das Problem mit Klebeband ist nur, dass es immer irgendwo rumliegt, wo man es gerade nicht vermutet. Es verschwindet im Chaos des eigenen Haushalts und wenn man welches braucht, muss man wieder neues kaufen. Da freut sich der Kapitalismus.
Außer natürlich man ist einer dieser perfekten Menschen, die jetzt sagen: Wo ist das Problem? Meine Gaffa-Tape ist natürlich in der Gaffa-Tape-Schublade in meinem Klebeband-Schrank in meinem Verpackungsmaterial-Zimmer im Haushaltshelferschuppen.
Ich habe nach wie vor nur dieses Paketband auf der Fensterbank liegen. Ein ungenutztes Potential der Klebefähigkeit für den speziellen Fall des Pakets. So ein bisschen wie ein überqualifizierter Arbeitnehmer. „Was Sie sind gelerntes Paketklebeband? Tja, da habe ich leider nichts für Sie. Sie könnten eine Umschulung auf Gaffa-Tape machen.“
Vielleicht sollte ich auch kreativ damit umgehen. Ist ja auch nicht fair das Klebeband da so versauern zu lassen, nur weil ich gerade kein Paket zukleben muss. Ich könnte ja auch so viel Klebebandstreifen übereinander kleben, das daraus ein Ersatz-Stuhlbein wird. Das wäre schon mal ein Fortschritt.

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