Inside Man

Im Film „Inside Man“ versteckt sich der von Clive Owen gespielte Hauptdarsteller in einem extra gebauten Geheimraum in der Bank. Sein Ziel ist es unbehelligt mit seiner Beute aus der Bank marschieren zu können. Mich fasziniert das. Mein Traum war auch immer, mich in einen speziellen Raum zurückzuziehen und wie neu geboren in die Welt zurückkehren zu können. Wenn ich schreibe, Kunst produziere, ist es genau dieser Vorgang, der mich interessiert. Die Frage, die der Film offen lässt lautet: Was macht Clive Owen die ganze Zeit in diesem geheimen Raum?
Während jeder Gefängnisfilm schon beim Betreten der Zelle die Klaustrophobie des Insassen vorführt, sehen wir hier Clive Owen nur kurz ein paar Liegestütze machen. So verschwindet der geheime Raum quasi doppelt. Einmal aus der Realität der Bank und einmal aus der des Films.
Vielleicht ist es gerade das: Einen Raum zu erzeugen, der einen wirklich verschwinden lässt. Vielleicht ist auch ein Text so etwas. Kein Werk, das das Innerste des Künstlers offenbart, wie ja landläufig immer angenommen wird, sondern ein Werk, das das Innerste des Künstlers möglichst gut versteckt.
Insofern ist das perfekte Versteck vielleicht der eigene Körper. Weil er einen nach außen erscheinen lässt, wie man im Inneren vielleicht gerade nicht ist.

Tür auf

Vorhang auf, dachte er und schaute in einen leeren Saal. So ungefähr fühlt sich das an. Und was will man mehr, als einen Raum betreten, der unverhofft leer ist und den Träumen Platz macht. Abgewetzte Sessel bürgen für die Nutzungseignung. Gerade der Gedanke, dass das hier keiner liest, macht das Schreiben umso spaßiger. „Spaßiger“ würde ich sonst auch nie schreiben. Wenn man eine Tür aufmacht, sollte man die Klinke nicht zu lange in der Hand halten.